Kaffee und Magenschmerzen – warum die Röstung zählt
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Warum Kaffee manchmal auf den Magen schlägt
Hallo zusammen, heute geht es um das Thema Kaffee und Magenschmerzen – ein Problem, das wirklich viele von euch kennen. Ihr trinkt morgens euren Kaffee und kurz danach meldet sich der Magen mit einem unangenehmen Drücken oder sogar richtig fiesen Schmerzen. Manche von euch haben dann das Gefühl, dass Kaffee einfach nichts für sie ist, und das ist echt schade, weil es meistens gar nicht am Kaffee an sich liegt, sondern an der Art und Weise, wie er geröstet wurde.
Das Problem ist nämlich folgendes: In der Kaffeebohne stecken von Natur aus verschiedene Säuren und Bitterstoffe. Die sind erstmal nichts Schlechtes, die gehören zum Kaffee dazu. Aber wenn diese Stoffe nicht richtig abgebaut werden während der Röstung, dann landen sie später in eurer Tasse und können bei empfindlichen Menschen – und das sind gar nicht so wenige – zu Magenproblemen führen.
Der entscheidende Unterschied: Wie wird geröstet?
Jetzt kommt der springende Punkt, und das ist wirklich das Wichtigste, was ihr über Kaffee und Magenschmerzen wissen müsst: Die Röstung macht den Unterschied. Nicht die Bohne selbst, nicht das Anbaugebiet, sondern wie lange und bei welcher Temperatur die Bohne geröstet wird.
Industrielle Schockröstung – schnell muss es gehen
Bei der industriellen Röstung, die ihr bei den meisten Supermarkt-Kaffees findet, wird das Ganze quasi im Schnelldurchlauf erledigt. Die Bohnen werden mit extremer Hitze – wir reden hier von 800 Grad und mehr – in kürzester Zeit durchgeballert. Das dauert dann oft nur 90 Sekunden bis maximal drei Minuten. Klar, das ist effizient und man kann riesige Mengen in kurzer Zeit rösten, aber für die Bohne ist das ein echter Schock.
Was dabei passiert: Die Bohne wird außen dunkel und sieht geröstet aus, aber innen ist sie quasi noch roh. Die ganzen Säuren und Bitterstoffe, die während einer ordentlichen Röstung langsam abgebaut werden würden, bleiben einfach drin. Und genau die landen dann später in eurem Magen und sorgen dort für Ärger.
Traditionelle Langzeitröstung – Zeit ist der Schlüssel
Ganz anders läuft das bei der traditionellen Trommelröstung ab, so wie wir das bei DELEST machen. Hier wird die Bohne über 20 bis 30 Minuten bei maximal 200 Grad geröstet. Das klingt erstmal nach einem kleinen Unterschied, aber der Effekt ist riesig.
In dieser langen Zeit hat die Bohne die Möglichkeit, sich von innen nach außen gleichmäßig zu entwickeln. Die Hitze dringt langsam ein, und dabei werden die Säuren und Bitterstoffe Schritt für Schritt abgebaut. Das ist ein bisschen wie beim Kochen: Wenn ihr ein Steak bei extremer Hitze von beiden Seiten kurz anbratet, ist es außen schwarz und innen noch kalt. Wenn ihr es aber bei mittlerer Hitze langsam durchgart, wird es gleichmäßig und viel bekömmlicher.
Unser Röstmeister, der das seit über 30 Jahren macht, überwacht jeden einzelnen Röstvorgang persönlich. Er kennt seine Bohnen, er weiß genau, wann welche Sorte den perfekten Punkt erreicht hat. Das macht man nicht mit einer Maschine, die einfach ein Programm abspult, sondern mit Erfahrung und einem guten Gespür.
Was genau passiert bei der Langzeitröstung?
Damit ihr versteht, warum diese lange Röstzeit so wichtig ist für euren Magen, erkläre ich euch kurz, was da chemisch abläuft. Keine Sorge, ich halte das einfach.
In der rohen Kaffeebohne steckt eine ganze Menge Chlorogensäure. Das ist eine der Hauptsäuren im Kaffee und die ist auch der Hauptverursacher von Magenproblemen. Bei der Langzeitröstung wird diese Chlorogensäure durch die gleichmäßige Hitze über die lange Zeit hinweg zu einem großen Teil abgebaut. Je länger und schonender geröstet wird, desto mehr von dieser Säure verschwindet.
Bei der Schockröstung passiert das nicht, weil einfach die Zeit fehlt. Die Bohne ist nach 90 Sekunden fertig, aber die Säure ist noch voll drin. Deshalb ist industriell gerösteter Kaffee oft so sauer und aggressiv im Magen.
Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen
Die Qualität der Bohnen
Ein anderer Punkt, der bei Kaffee und Magenschmerzen eine Rolle spielt, ist die Qualität der Bohnen selbst. Wenn die Bohnen nicht sauber sortiert sind und beschädigte oder unreife Bohnen mit dabei sind, dann bringt auch die beste Röstung nicht viel. Deshalb arbeiten wir nur mit handgepflückten Bohnen, die sortenrein geröstet werden. Das bedeutet, dass jede Sorte für sich geröstet wird und nicht verschiedene Bohnen mit unterschiedlichen Eigenschaften zusammengeworfen werden.
Die Zubereitungsart
Auch wie ihr euren Kaffee zubereitet, kann einen Unterschied machen. Ein Espresso, der unter Druck zubereitet wird, löst andere Stoffe aus der Bohne als ein Filterkaffee. Generell gilt: Je kürzer der Kontakt zwischen Wasser und Kaffee, desto weniger Säuren werden gelöst. Deshalb vertragen viele Menschen Espresso besser als Filterkaffee, auch wenn das erstmal paradox klingt.
Woran erkenne ich magenfreundlichen Kaffee?
Wenn ihr zu den Menschen gehört, die mit Kaffee und Magenschmerzen zu kämpfen haben, dann achtet beim Kauf auf ein paar Dinge:
Erstens: Schaut nach der Röstmethode. Steht irgendwo was von traditioneller Trommelröstung oder Langzeitröstung? Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Wenn da nichts steht, ist es wahrscheinlich industriell geröstet.
Zweitens: Die Röstdauer. Alles unter 15 Minuten ist kritisch. Optimal sind 20 bis 30 Minuten.
Drittens: Die Temperatur. Über 220 Grad wird es problematisch, optimal sind um die 200 Grad.
Viertens: Achtet auf Begriffe wie säurearm oder magenfreundlich. Seriöse Röstereien, die wirklich schonend rösten, weisen darauf hin.
Meine Erfahrung aus über 30 Jahren
Ich kann euch aus jahrelanger Erfahrung sagen: Die allermeisten Menschen, die glauben, sie vertragen keinen Kaffee, vertragen einfach nur keinen industriell gerösteten Kaffee. Wenn die dann mal einen richtig langsam gerösteten Kaffee probieren, sind sie oft total überrascht, wie gut der ihnen bekommt.
Wir haben bei DELEST unzählige Kunden, die genau das erlebt haben. Die haben jahrelang auf Kaffee verzichtet oder sich mit Magenschmerzen rumgequält, und dann haben sie unseren Crema oder Espresso probiert und plötzlich war das Problem weg. Das liegt wirklich an der Röstung, nicht an irgendeinem Zauber.
Unser alter Probat-Trommelröster von 1953, der ist gasbefeuert und ermöglicht genau diese gleichmäßige, schonende Hitzeverteilung, die für den Säureabbau so wichtig ist. Moderne Industrieröster können das einfach nicht leisten, weil sie auf Masse und Geschwindigkeit ausgelegt sind.
Was könnt ihr noch tun?
Wenn ihr trotz gutem Kaffee noch Probleme habt, gibt es ein paar Tricks: Trinkt den Kaffee nicht auf nüchternen Magen, sondern nach dem Frühstück. Verzichtet auf Zucker, der kann die Säurebildung im Magen zusätzlich anregen. Und probiert mal verschiedene Zubereitungsarten aus – manchmal macht das einen Unterschied.
Aber der wichtigste Tipp bleibt: Achtet auf die Röstung. Das ist wirklich der Schlüssel zu magenfreundlichem Kaffeegenuss.
Falls ihr mal schauen wollt, wie so eine traditionelle Langzeitröstung schmeckt und sich anfühlt, schaut gerne bei uns im Shop vorbei unter https://delest.de – da findet ihr unsere verschiedenen Sorten, die alle nach dieser schonenden Methode geröstet sind.
Tschau und bis zum nächsten Mal!